Zervixschleimbeobachtung fruchtbare Tage erkennen

Der Zervixschleim, auch bekannt als Zervikalsekret, ist ein wichtiger Bestandteil des weiblichen Fortpflanzungssystems. Er wird von den Drüsen des Gebärmutterhalses (Zervix) produziert und spielt eine entscheidende Rolle bei der Fruchtbarkeit der Frau. Er besteht zu 90 % aus Wasser und weitere Bestandteile wie zum Beispiel Schleimstoffe (Muzine), Aminosäuren, Enzyme, Salze und Zucker.

Die Beobachtung des Zervixschleims ist eine natürliche Methode, um die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus zu bestimmen. Das Zervikalsekret, verändert sich während des Zyklus und gibt Hinweise darauf, wann der Eisprung stattfindet.

In diesem Beitrag erfährst Du, was der Zervixschleim ist, wie Du ihn richtig beobachtest und welche Veränderungen auf die fruchtbaren Tage hinweisen.

Was ist der Zervixschleim?

Der Zervixschleim ist ein Sekret, das vom Gebärmutterhals (Zervix) produziert wird. Seine Hauptaufgabe ist es, die Spermien zu unterstützen und zu schützen, indem er ihnen hilft, durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter und die Eileiter zu gelangen. Die Konsistenz und Menge des Zervixschleims ändern sich im Laufe des Menstruationszyklus, was auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen ist.

Kinderwunsch und Familieneplanung

Diese Methode ist auch als Teil der Natürlichen Familienplanung (NFP) bekannt, sie kann sowohl zur Empfängnisverhütung als auch zur Unterstützung bei Kinderwunsch eingesetzt werden.

Wie beobachtest Du Deinen Zervixschleim?

Die Beobachtung des Zervikalsekrets erfordert keine speziellen Hilfsmittel und kann einfach in den Alltag integriert werden. Hier sind die Schritte zur Zervixschleimbeobachtung:

  1. Regelmäßige Kontrolle: Beobachte den Zervixschleim täglich, idealerweise zur gleichen Tageszeit. Dies kann zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen oder vor dem Schlafengehen sein.
  2. Hände waschen: Stelle sicher, dass Deine Hände sauber sind, um Infektionen zu vermeiden.
  3. Methode der Entnahme: Das Sekret kann direkt vom Scheideneingang beim Abputzen auf Toilette oder mit einem sauberen Finger von innen entnommen werden.
  4. Bewertung der Eigenschaften: Achte auf die Beschaffenheit, also Menge, Farbe, Konsistenz und Dehnbarkeit des Schleims.

Arten von Zervixschleim und ihre Bedeutung

1. Trockene oder keine Schleimabsonderung:

Diese Phase tritt meist direkt nach der Menstruation auf und deutet auf unfruchtbare Tage hin.

2. Klebriger oder zähflüssiger Schleim:

Dieser Schleim ist undurchsichtig, zäh und nicht dehnbar, was auf unfruchtbare Tage hinweist.

3. Cremiger oder milchiger Schleim: 

Diese Konsistenz tritt näher zur Ovulation auf und kann sowohl fruchtbare als auch unfruchtbare Tage anzeigen.

4. Wässriger und klarer Schleim: 

Dies ist ein Zeichen für den Beginn der fruchtbaren Phase.

5. Spinnbarer oder eiweißartiger Schleim: 

Dieser Schleim ist durchsichtig, dehnbar und ähnelt rohem Eiweiß. Er tritt um den Eisprung auf und deutet auf die höchste Fruchtbarkeit hin.

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Welche hormonellen Vorgänge beeinflussen die Veränderungen des Zervixschleims?

Die Veränderungen des Zervikalsekret im Laufe des Menstruationszyklus werden durch hormonelle Schwankungen gesteuert, insbesondere durch die Hormone Östrogen und Progesteron. Hier ist eine detaillierte Übersicht der hormonellen Vorgänge in 3 Phasen eingeteilt, die zu den Veränderungen des Zervixschleims führen:

1. Follikelphase (Östrogendominanz):

    • Frühe Follikelphase - Zu Beginn des Zyklus, nach der Menstruation, sind die Östrogenspiegel relativ niedrig. Der Zervixschleim ist daher oft dick, klebrig und in geringer Menge vorhanden. Die Scheide fühlt sich in dieser Phase meist trocken an.
    • Mittlere bis späte Follikelphase: Mit dem Wachstum der Follikel in den Eierstöcken steigt der Östrogenspiegel an. Östrogen bewirkt, dass der Zervixschleim dünner, klarer und flüssiger wird. Dies erleichtert den Spermien den Weg durch den Gebärmutterhals in Richtung Eizelle.

2. Ovulationsphase (Östrogenhöhepunkt):

Kurz vor und während des Eisprungs erreichen die Östrogenspiegel ihren Höhepunkt. Dies führt dazu, dass das Zervikalsekret am spinnbarsten, dehnbarsten und klarsten wird – ähnlich wie rohes Eiweiß. Die Scheide fühlt sich in dieser Phase feucht an. Diese Konsistenz schafft optimale Bedingungen für die Spermien, um in die Gebärmutter und die Eileiter zu gelangen. Dies ist die fruchtbarste Phase im Zyklus.

3. Lutealphase (Progesterondominanz):

Nach dem Eisprung steigt der Progesteronspiegel an, da der Gelbkörper (Corpus luteum) in den Eierstöcken Progesteron produziert. Progesteron hat eine verdickende Wirkung auf das Zervikalsekret, wodurch dieser wieder klebriger, zähflüssiger (weniger flüssig) und undurchsichtiger wird. Die Menge des Sekrets nimmt ebenfalls ab. Diese Veränderungen machen es Spermien schwerer, durch den Gebärmutterhals zu gelangen, was die Fruchtbarkeit verringert.

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Zusammenfassung:

Östrogen: Verantwortlich für die Produktion von dünnem, klarem und dehnbarem Zervixschleim. Hohe Östrogenspiegel fördern die Fruchtbarkeit, indem sie den Schleim spinnbar machen und die Durchlässigkeit für Spermien erhöhen.

Progesteron: Verdickt den Zervixschleim und verringert seine Menge nach dem Eisprung. Hohe Progesteronspiegel verhindern das Eindringen der Spermien und unterstützen die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft.
Diese hormonellen Vorgänge und deren Auswirkungen auf das Zervikalsekret sind entscheidend für die Bestimmung der fruchtbaren Tage und bieten einen natürlichen und effektiven Weg zur Familienplanung oder Verhütung.

Ist es normal dass ich keinen Ausfluss vor der Periode oder gar keinen Zervixschleim habe?

Ja es ist normal, dass der Zervixschleim (oder Ausfluss) im Verlauf des Menstruationszyklus variiert. Einige Frauen bemerken vor ihrer Periode eine Abnahme des Zervixschleims, während andere eine Zunahme feststellen. Die Menge und Konsistenz des Schleims kann auch von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich sein. Es gibt jedoch Frauen, die konstant wenig bis keinen Zervixschleim haben. Dies könnte auf eine hormonelle Unregelmäßigkeit oder andere gesundheitliche Probleme hinweisen. Bei anhaltender Abwesenheit von Zervixschleim ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Spinnbarer Zervixschleim und Eisprung war schon?

Ja, spinnbarer Zervixschleim kann noch vorhanden sein, auch wenn der Eisprung bereits stattgefunden hat. Hier sind einige Gründe:

  1. Zeitliche Überschneidung: Der Schleim kann nach dem Eisprung noch spinnbar und klar bleiben, da hormonelle Veränderungen nicht sofort eintreten.
  2. Hormonelle Schwankungen: Schwankungen, insbesondere von Östrogen, können den Schleim länger spinnbar halten.
  3. Mehrfache Ovulation: In seltenen Fällen können Frauen mehr als einen Eisprung pro Zyklus haben, was zu mehreren Perioden von spinnbarem Schleim führt.
  4. Individuelle Unterschiede: Jeder Zyklus ist einzigartig, und bei einigen Frauen bleibt der Schleim länger fruchtbar.

Um Deinen Eisprung ganz genau zu bestimmen empfehle ich Dir zusätzlich zu dieser Methode noch weitere Methoden, wie zum Beispiel die

Basaltemperatur Methode,

Ovulationstests oder das

➤ Abtasten des Muttermundes

Kann ich schwanger werden auch ohne spinnbaren Zervixschleim?

Ja, es ist tatsächlich möglich, auch ohne spinnbaren Zervixschleim schwanger zu werden. Der Zervixschleim ist zwar ein wichtiger Indikator für die Fruchtbarkeit, da er die Spermien auf ihrem Weg zur Eizelle unterstützt. Aber auch wenn kein spinnbarer Zervixschleim vorhanden ist, können Spermien trotzdem die Eizelle erreichen. Es kann allerdings etwas schwieriger sein, ohne dieses natürliche Gleitmittel schwanger zu werden. Es ist daher immer ratsam, bei Fragen oder Unsicherheiten einen Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft zu konsultieren.

Welche Aufgaben erfüllt das Zervikalsekret außer der Bestimmung der fruchtbaren Tage?

Das Zervikalsekret hat mehrere wichtige Aufgaben, die über die Bestimmung der fruchtbaren Tage hinausgehen:

  1. Schutz vor Infektionen: Das Zervikalsekret wirkt als eine Barriere gegen Krankheitserreger, indem er den Gebärmutterhals und die Gebärmutter vor Bakterien und anderen schädlichen Mikroorganismen schützt. Besonders in den unfruchtbaren Phasen ist der Schleim dick und zähflüssig, was das Eindringen von Keimen erschwert.
  2. Erleichterung der Spermienbewegung: Während der fruchtbaren Tage wird das Zervikalsekret dünn, klar und dehnbar, was die Beweglichkeit der Spermien erleichtert. Dies unterstützt die Spermien dabei, den Gebärmutterhals zu durchqueren und die Eizelle zu erreichen.
  3. Ernährung und Unterstützung der Spermien: Das Zervikalsekret liefert Nährstoffe und eine geeignete Umgebung, die das Überleben und die Funktion der Spermien fördern. Der Schleim neutralisiert auch den sauren pH-Wert der Scheide, wodurch die Lebensdauer der Spermien verlängert wird.
  4. Schutz der Spermien vor dem Immunsystem: Das Zervikalsekret bildet eine Schutzschicht um die Spermien und schützt sie vor den Immunzellen der Frau, die die Spermien sonst als fremde Eindringlinge angreifen könnten.
    Regulierung des Mikroklimas in der Scheide: Das Zervikalsekret hilft, das Feuchtigkeitsniveau und den pH-Wert in der Scheide zu regulieren, was eine gesunde vaginale Umgebung fördert.
  5. Vorbereitung der Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft: Das Sekret verändert sich nach dem Eisprung unter dem Einfluss von Progesteron und trägt dazu bei, die Gebärmutter auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorzubereiten, indem er die Schleimhaut der Gebärmutter unterstützt.
  6. Schutz vor Keimen während der Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft verdickt sich der Zervixschleim, bildet einen Schleimpfropf im Gebärmutterhalskanal und verschließt so den Gebärmutterhals. Dieser Schleimpfropf fungiert als eine Barriere, die Bakterien und andere potenziell schädliche Mikroorganismen daran hindert, in die Gebärmutter einer schwangeren Frau und zum sich entwickelnden Baby vorzudringen. Er schützt somit das ungeborene Kind vor Infektionen während der Schwangerschaft.

Welche Faktoren können das Zervikalsekret negativ beeinflussen? 

  1. Stress: Kann die Produktion und Qualität des Schleims verändern.
  2. Ernährung und Flüssigkeitszufuhr: Beeinflussen die Konsistenz des Schleims.
  3. Medikamente: Einige Medikamente, insbesondere hormonelle Verhütungsmittel, können den Schleim verändern.
  4. Infektionen: Vaginale Infektionen können die Beobachtung des Schleims erschweren. Diese kannst Du zum Beispiel an einem grünlich gelblichen Ausfluss mit fischigen Geruch erkennen.

Fazit

Die Beobachtung des Zervixschleims ist eine effektive und natürliche Methode, um die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus zu bestimmen. Mit etwas Übung kann jede Frau lernen, ihren Körper besser zu verstehen und diese Methode zur Unterstützung ihrer Familienplanung zu nutzen. Ob zur Vermeidung einer Schwangerschaft oder zur Förderung der Empfängnis, die Zervixschleimbeobachtung bietet wertvolle Einblicke in den weiblichen Zyklus.

Wenn Dich dieses Thema interessiert oder Du weitere Fragen hast, lass es mich in den Kommentaren wissen.

Alles Liebe

Deine Heilpraktikerin Karin Heidmann

Quellen:

Kinderwunsch – Wie messe ich den Zervixschleim?

Familienplanung – Zervixschleim beobachten

Die fruchtbaren Tage bestimmen um schwanger zu werden

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Über Karin Heidmann

Karin Heidmann machte bis 2001 in Hamburg ihre Ausbildung zur examinierten Krankenschwester und schloss 2009 ihr Studium zur Heilpraktikerin ab. Darüber hinaus belegte sie nach ihrem Examen 2009 in den folgenden Jahren Fachfortbildungen zum Thema, Mykotherapie, Phytotherapie, Homöopathie, Schüssler Salze, Ernährungs- und Vitalstoffberatung. Bis zu der Geburt ihrer Kinder arbeitete sie überdies viele Jahre in der Gynäkologie und später in der Intensivmedizin.

4 Kommentare zu “Zervixschleim – so bestimmst Du Deine fruchtbaren Tage

  1. Avatar-Foto Jette sagt:

    Und kann man feststellen ob mein Zervixschleim Spermienfeindlich ist

    1. Cropped Profilbild1.png Karin Heidmann sagt:

      Liebe Jette,
      Dein Arzt kann durch verschiedene Methoden überprüfen, ob Dein Zervixschleim spermienfeindlich ist:

      1. Postkoitaltest (PCT): Unter dem Mikroskop wird dabei untersucht, wie gut sich die Spermien im Zervixschleim bewegen. Wenn die Spermien unbeweglich oder abnorm sind, kann dies auf spermienfeindlichen Schleim hinweisen.
      2. Ferning-Test: Das ist eine mikroskopische Untersuchung In der fruchtbaren Phase bildet der Schleim kristalline Muster, die an Farnblätter erinnern.
      3. Spermien-Antikörpertest: Nachweis von Antikörpern im Schleim, die Spermien angreifen. Auch im Blut kann man spezifische Antikörper gegen Spermien finden.
      4. pH-Wert-Messung: Ideal ist ein Wert zwischen 7 und 8. Ein zu saures oder zu basisches Milieu spermienfeindlich sein kann. Und die Beweglichkeit und Überlebensfähigkeit der Spermien beeinträchtigen.
      5. Hormonelle Tests: Östrogen und Progesteron, die die Schleimqualität beeinflussen.

      Wenn Du noch weitere Fragen haben solltest, melde Dich jederzeit sehr gern wieder.

      Deine Karin

  2. Avatar-Foto Jette sagt:

    Hallo liebe Karin, was kann ich denn tun um meinen Zervixschleim flüssiger zu bekommen?

    1. Cropped Profilbild1.png Karin Heidmann sagt:

      Liebe Jette, folgende Tipps können helfen dass die Qualität Deines Zervixschleimes sich verbessert.
      1. Trinke viel Wasser
      Ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgt dafür, dass dein Körper genug Schleim produziert und dieser die richtige Konsistenz hat.
      2. Ernähre Dich gesund
      Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Schleimproduktion.
      Omega-3-Fettsäuren = Fette wie in Fisch, Nüssen und Samen fördern die Qualität des Zervixschleims.
      3. Verwende Nahrungsergänzungsmittel:
      Vitamin E = Hilft, die Konsistenz des Schleims zu verbessern.
      B-Vitamine und Zink = Unterstützen den Hormonhaushalt und die Schleimproduktion.
      4. Vermeide Stress
      Stress kann die Hormonbalance und damit die Qualität des Zervixschleims negativ beeinflussen. Entspannungstechniken wie zum Beispiel Yoga, Meditation und Atemübungen können helfen, Stress abzubauen.
      5. Verzichte auf Gleitmittel
      Viele handelsübliche Gleitmittel können den Zervixschleim beeinträchtigen. Verwende bei Bedarf spezielle kinderwunschfreundliche Gleitmittel.
      6. Bewege Dich regelmäßig Sport fördert die Durchblutung und damit auch die Schleimproduktion, außerdem kann regelmäßige Bewegung helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren.
      7. Keine Rauchen und wenig Alkohol Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können die Schleimproduktion negativ beeinflussen.
      8. Schlafe ausreichend
      Ausreichend Schlaf unterstützt den Körper dabei, optimal zu funktionieren und den Hormonhaushalt im Gleichgewicht zu halten.

      Wenn Du noch weitere Fragen hast melde Dich gerne jederzeit wieder.

      Liebe Grüße

      Deine Karin

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