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Die Familienplanung ist für viele Menschen ein bedeutender Lebensabschnitt. Dabei gibt es verschiedene Methoden, um den optimalen Zeitpunkt für eine Befruchtung zu bestimmen und damit die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Eine davon ist die Basaltemperaturmethode, eine natürliche und kostengünstige Möglichkeit, den weiblichen Zyklus zu überwachen. In meinem neuen Blog Artikel beantworte ich Dir die 11 wichtigsten Fragen zu der Basaltemperatur Methode.

Was ist die Basaltemperatur Methode?

Die Basaltemperaturmethode basiert auf der Beobachtung der Körpertemperatur einer Frau, um den Eisprung und somit die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus zu bestimmen. Die Idee dahinter ist, dass die Basaltemperatur einer Frau während des Eisprungs leicht ansteigt. Durch das regelmäßige Messen der Körpertemperatur können Paare den Zeitpunkt bestimmen, an dem die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung am höchsten ist.

Was ist ein Eisprung?

Der Eisprung ist der Zeitpunkt im Menstruationszyklus einer Frau, an dem eine reife Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt wird und bereit ist, von einem Spermium befruchtet zu werden. Der Eisprung tritt normalerweise 10-16 Tage vor der Menstruation auf. Die Zykluslänge allerdings kann von Frau zu Frau variieren, in der Regel liegt diese bei den meisten Frauen zwischen 24 und 35 Tagen.

Welche Utensilien benötige ich?

  • 1 Basalthermometer, mit 2 Stellen nach dem Komma
  • 1 Zykluskurven Blatt oder Zykluskurven App

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Wie funktioniert die Basaltemperatur Methode?

  1. Messung der Basaltemperatur: Um den Eisprung zu überwachen, muss die Basaltemperatur jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen gemessen werden. Verwende dazu ein spezielles Basalthermometer, da es genauer ist und kleinere Temperaturveränderungen erfassen kann. Verwende immer dasselbe Thermometer, messe für ca. 3-4 Minuten rektal oder vaginal. Die anderen Messorte sind störanfälliger. Wichtig ist, dass die Messung immer am gleichen Ort erfolgt, um genaue Ergebnisse zu erhalten.
  2. Kontinuierliche Messzeiten: Es ist wichtig, die Temperaturmessung zur gleichen Tageszeit durchzuführen, am besten zur gleichen Uhrzeit jeden Morgen, auch am Wochenende oder im Urlaub.
  3. Regelmäßige Aufzeichnung: Dokumentiere die gemessenen Werte täglich in einem speziellen Zykluskalender oder einer App. Dafür werden die Werte gerundet in die Zykluskurve eingetragen. Dies ermöglicht die Verfolgung von Temperaturschwankungen über den gesamten Menstruationszyklus hinweg.
  4. Bestimmung des Eisprungs: Die Basaltemperatur-Methode zielt darauf ab, den Temperaturanstieg zu erkennen, der normalerweise 1 bis 2 Tage nach dem Eisprung auftritt. Wichtig ist bei der genaueren Beurteilung Deiner Temperaturkurve  auch Basaltemperaturdiagramm genannt, dass der 3. bzw 4. hohe Wert mind. 0,2°C über den 6 tieferen Werten liegt. (siehe Abbildung 1)
  5. Tieflage und Hochlage erkennen: In der Regel geht die Temperatur zum Eisprung hin in Tieflage und steigt dann nach dem Eisprung an (HL).
  6. Coverline festlegen: Die Coverline ist eine horizontale Linie, die in einem Basaltemperaturdiagramm (Zykluskurve) gezogen wird, um den Temperaturanstieg nach dem Eisprung zu markieren. Sie wird etwa 0,1°C über den sechs vorhergehenden niedrigsten Messungen platziert, um den Beginn der Lutealphase (zweite Zyklushälfte) anzuzeigen.
  7. Fruchtbare Phase eingrenzen: Deine fruchtbaren Tage sind in der Regel die Tage vor dem Temperaturanstieg, da Spermien einige Tage im weiblichen Körper überleben können. Dies ist die Zeit, in der die Chancen auf eine Schwangerschaft am höchsten sind.
  8. Lutealphase beginnt: In der 2. Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, befindet sich die Temperatur in Hochlage für mindestens 10 Tage. In dieser Phase kann die Temperatur auch schwanken. Um die Periode herum sinkt die Temperatur dann allerdings wieder.

Gibt es Faktoren, die die Basaltemperatur beeinflussen?

Ja, einige Störfaktoren bei der Durchführung der Basaltemperaturmethode sind unterschiedliche Messzeiten, unregelmäßiger Schlaf, Alkoholkonsum, Krankheiten, Stress, veränderte Schlafzeiten (Schichtdienst) und die Einnahme von Medikamenten, die die Temperatur beeinflussen können.

Deutet der Anstieg der Basaltemperatur immer auf einen Eisprung hin?

Ja, ein Anstieg der Basaltemperatur um etwa 0,2 bis 0,5 Grad Celsius über der Coverline deutet in der Regel auf einen Eisprung hin. Die Basaltemperatur bleibt während der ersten Hälfte des Zyklus, der sogenannten Follikelphase, relativ konstant. Mit dem Eisprung erfolgt dann ein leichter Anstieg, der auf die erhöhte Produktion des Hormons Progesteron zurückzuführen ist. Diese Phase wird als Lutealphase bezeichnet. Die Temperatur bleibt bis zur nächsten Menstruation erhöht. Eine erhöhte Basaltemperatur über einen Zeitraum von mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen deutet darauf hin, dass der Eisprung bereits stattgefunden hat. Die fruchtbaren Tage liegen in der Regel kurz vor diesem Temperaturanstieg, da Spermien mehrere Tage im weiblichen Körper überleben können und etwas Zeit benötigen bis sie die Eizelle erreichen. Bedenke aber, auch andere Faktoren wie zum Beispiel Stress oder ein Infekt können die Temperatur ebenfalls erhöhen.

Kann die Basaltemperatur Methode bei unregelmäßigem Zyklus angewendet werden?

Ja, die Basaltemperaturmethode kann auch bei einem unregelmäßigem Zyklus angewendet werden. Obwohl es herausfordernder sein kann, den Eisprung genau zu bestimmen, kann die Überwachung der Basaltemperatur dennoch hilfreiche Hinweise liefern. Es ist wichtig, regelmäßig zu messen und zusätzliche Methoden wie die Zervixschleim Beobachtung oder Ovulationstests zu verwenden, um die Genauigkeit zu erhöhen.

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Wie lange muss ich meine Basaltemperatur messen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten?

Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, solltest Du Deine Basaltemperatur mindestens drei aufeinanderfolgende Menstruationszyklen lang messen. Dies ermöglicht es, Muster und Trends zu erkennen und genaue Informationen über Deinen Zyklus zu erhalten.

Gibt es andere Methoden um meine fruchtbaren Tage zu bestimmen?

Ja, Du könntest auch den Zervixschleim beobachten, Ovulationstests verwenden oder den Gebärmutterhals abtasten, um Deine fruchtbaren Tage zu bestimmen.

Kann ich mit der Basaltemperatur Methode eine Gelbkörperschwäche erkennen?

In der Regel zeigt sich nach dem Eisprung ein sprunghafter Anstieg der Basaltemperatur um 0,2 bis 0,5 Grad Celsius. Bei Frauen mit einer Gelbkörperschwäche hingegen ist ein eher langsamer und stufenweiser Anstieg der Temperatur zu beobachten, der nicht innerhalb von 1-2 Tagen, sondern eher erst nach 3-4 Tagen einsetzt. Darüber hinaus wird häufig kein eindeutiges erhöhtes Niveau der Basaltemperatur in der zweiten Hälfte des Zyklus erreicht. Mit der Basaltemperatur Methode kannst du außerdem feststellen, ob Deine zweite Zyklushälfte dauerhaft verkürzt ist (kürzer als 10 Tage).

Kann ich mit der Basaltemperatur Methode feststellen ob ich schwanger bin?

Ja die Basaltemperaturmethode kann eine Schwangerschaft anzeigen, wenn die Temperatur nach dem Eisprung erhöht bleibt. Ein konstant erhöhter Temperaturverlauf über den üblichen Zeitraum von 16 Tagen, nach dem Eisprung, kann ein Hinweis auf eine Schwangerschaft sein.

Vor- und Nachteile der Basaltemperatur Methode

Die Basaltemperaturmethode bietet einige Vorteile, darunter die natürliche Anwendung ohne den Einsatz von Hormonen und die geringen Kosten. Allerdings erfordert sie Disziplin und Geduld, da die Messungen über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt werden müssen.

Insgesamt bietet die Basaltemperatur Methode eine Möglichkeit, den eigenen Körper besser zu verstehen und den optimalen Zeitpunkt für eine Schwangerschaft zu ermitteln. Wie bei allen Methoden der natürlichen Familienplanung ist es ratsam, sich gründlich zu informieren und im Zweifelsfall professionellen Rat einzuholen.

Fazit

Es ist wichtig zu wissen, dass die Basaltemperatur Methode einige Monate dauern kann, um Ihr individuelles Muster zu erkennen. Bitte beachte auch, dass obwohl diese Methode nicht so präzise ist wie ein Zyklusmonitoring per Ultraschall und Blutuntersuchung bei Deinem Frauenarzt bzw. Deiner Frauenärztin, kann sie Dir dabei helfen, Deinen Eisprung auf 1–2 Tage in deinem Zyklus einzugrenzen. Um NFP sehr genau anwenden zu können empfehle ich meinen Patientinnen, eine NFP Beraterin aufzusuchen.

Tipp

 

Wenn Dich dieses Thema interessiert oder Du weitere Fragen hast, lass es mich in den Kommentaren wissen.

Alles Liebe

Deine Heilpraktikerin Karin Heidmann

 

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Quelle

https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/natuerliche-familienplanung/

https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/natuerliche-methoden-der-familienplanung-nfp/

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Über Karin Heidmann

Karin Heidmann machte bis 2001 in Hamburg ihre Ausbildung zur examinierten Krankenschwester und schloss 2009 ihr Studium zur Heilpraktikerin ab. Darüber hinaus belegte sie nach ihrem Examen 2009 in den folgenden Jahren Fachfortbildungen zum Thema, Mykotherapie, Phytotherapie, Homöopathie, Schüssler Salze, Ernährungs- und Vitalstoffberatung. Bis zu der Geburt ihrer Kinder arbeitete sie überdies viele Jahre in der Gynäkologie und später in der Intensivmedizin.

8 Kommentare zu “NFP – Basaltemperatur Methode – kurz erklärt

  1. Avatar-Foto Missy sagt:

    Danke für deine großartige Website liebe Karin. Ich liebe die Infos bezüglich der verständlichen Erklärung zur Basaltemperatur-Methode. Kann man auch trotz erfolgter, erhöhter Temperatur-Kurve einmal nicht das “Symptom” “empfindliche Brustwarzen” erleben? Normalerweise reagiert der Körper auf eine erfolgte Ovulation mit empfindlichen BW. Kann diese Beobachtung bei manchen Frauen und in manchen Zyklen auch gänzlich fehlen? Ich stelle fest, dass es nicht immer gleich ist! Weiß man, woran das liegt? Vielen Dank für deine hilfreiche Meinung!

    1. Cropped Profilbild1.png Karin Heidmann sagt:

      Liebe Missy,
      ganz lieben Dank erst einmal für Deine Lieben Worte.
      Zu Deiner Frage: Ja das kann von Zyklus zu Zyklus und von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein. Viele klagen über ähnliche Beschwerden zum Beispiel wenn eine Gelbkörperschwäche vorliegt. Auch wenn es eine ganz minimale ist. Ist diese dann behoben fehlen die Beschwerden komplett. Bei anderen gehört es auch ohne Gelbkörperschwäche zu Ihrem Zyklus einfach dazu. Lange Rede kurzer Sinn, ja es kann von Zyklus zu Zyklus variieren. Aber ich rate meinen Patientinnen auf jeden Fall einmal die Progesteron Werte 7 Tage nach dem Eisprung (nicht am 20. Zyklustag wie viele Ärzte es heute noch praktizieren) bestimmen zu lassen, um eine Gelbkörperschwäche auszuschließen und damit auf Nummer sicher zu gehen.
      Wenn Du noch weitere Fragen hast, melde Dich jederzeit sehr gerne wieder.

      Liebe Grüße

      Deine Karin

      1. Avatar-Foto Missy sagt:

        Vielen herzlichen Dank für deine äußerst hilfreiche, informative und besonders ausführliche Antwort liebe Karin. Diese hat mir so sehr weiter geholfen und mich entspannt, da ich mich manchmal innerlich verrückt mache, wenn dieses “empfindliche BW-Symptom” ausbleibt… Letzten Zyklus war meine Hochlage sogar tolle 16 Tage lang. Leider fiel sie dann doch ab und es folgte eine gesunde Mens, ohne wirkliche Schmerzen oder schlimme Krämpfe. Bin gespannt, wie es weitergeht – ich versuche einfach weiter ganz neutral und wertfrei meinen Körper zu beobachten, ohne mich weiterhin zu stressen. Was sein soll, soll sein 🙂 Stress ist nicht gerade der beste Freund in Zeiten des Kinderwunsches. Ich danke dir von Herzen, dass es so eine geniale, informative Seite wie die deine für uns Frauen gibt!!!
        Ganz liebe Grüße und danke für alles!
        Missy

        1. Cropped Profilbild1.png Karin Heidmann sagt:

          Liebe Missy,
          ja Stress ist eines der wichtigsten Themen im Kinderwunsch. Deswegen erarbeite ich gerne mit meinen Patientinnen bestimmte Strategien um dieses besser zu bewältigen. Vor allem Meditation ist dabei eins der wichtigsten Punkte. Aber es gibt natürlich auch noch sehr sehr viele andere Entspannungstechniken.
          Ich wünsche Dir alles Liebe auf Deinen Weg.
          Deine Karin

  2. Avatar-Foto Jasmin sagt:

    Gibt es den Fall, dass die Basalttemperatur nach den 16 Tagen wieder absinkt, obwohl man schwanger ist oder bleibt die Temperatur dann auf jeden Fall oben?

    1. Cropped Profilbild1.png Karin Heidmann sagt:

      Hallo Jasmin,

      Ja, trotz Schwangerschaft kann eine Frau einen Temperaturabfall haben.
      Gründe dafür können sein:
      1. Starker Östrogenanstieg zu Beginn der Schwangerschaft
      2. Hormonschwankungen wie z.B. eine Gelbkörperschwäche oder
      3. Stress während der Schwangerschaft

      Liebe Grüße#

      Karin

      1. Avatar-Foto Jasmin sagt:

        Vielen Dank liebe Karin!

        1. Cropped Profilbild1.png Karin Heidmann sagt:

          Sehr gerne Jasmin
          Liebe Grüße
          Deine Karin

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